Verena Guther - Fotomontagen

Sowohl in Einzelausstellungen als auch Gruppenausstellungen präsentiert die Galerie Kerstner dem kronberger Publikum immer wieder gern die Arbeiten der international tätigen Künstlerin Verena Guther. Malerei und Fotografie verschmelzen hier auf gekonnte und subtile Weise zu einer Einheit.

 

Verena Guther setzt sich in ihren Werken mit den Metropolen der Welt auseinander und macht Städte  wie New York, Paris, Berlin, Shanghai oder Madrid zu Ihren Protagonisten. Dabei stellt sie die Eigenständigkeit der jeweiligen Städte heraus, unterstreicht besondere Blickwinkel und Perspektiven durch ihren individuellen Farbcharakter. Die Künstlerin veranlasst den Betrachter mit ihren Arbeiten den eigenen Blick neu zu schärfen und ihm eine neue Richtung zu geben. Ihre Fotomontagen beweisen, dass Guther während des künstlerischen Schaffensprozesses weit über das Beobachten einer passionierten Fotografin hinausgeht, sie lässt den Betrachter teilhaben an ihrer Imagination, ihren Empfindungen. Das fotografische Material welches sie von ihren Arbeitsaufenthalten in den Städten mitbringt, verwandelt sie anschließend in digitale Bildmontagen bei denen Fotografie und Malerei eine Symbiose eingehen. Dabei greift die Malerei teilweise die Strukturen der Fotografien auf und setzt diese in rhythmisierter Form in der Malerei fort. Die gemalten Elemente sind meist von einer klaren und kräftigen Farbigkeit. Trotz aller Strukturen, die uns in Guthers Arbeiten begegnen, präsentiert sie uns in der Verbindung der malerischen und fotografischen Elemente, die Städte in ihrer Wandelbarkeit, als ein sich veränderndes und bewegtes Gefüge. Verena Guthers Fotomontagen zeigen ein höchst sensibles Spiel mit Strukturen, Perspektiven und Farbatmosphären, dass die Aufmerksamkeit auf die ästhetischen wie architektonisch reizvollen Komponenten lenkt.

 

Das Studium führt Verena Guther 1979 nach Berlin. In den Jahren ihrer Ausbildung im Fach Visuelle Kommunikation an der Hochschule der Künste Berlin bei Professor Helmut Lortz, erkundet sie in Grenzgängen zwischen Malerei und Fotografie die Potentiale beider Metiers. Nach ihrem Diplom 1984 arbeitet sie als freiberufliche Graphikerin in Berlin. Daneben dokumentiert sie in Serien von Fotografien die innere Peripherie der Stadt: stillgelegte Bahnhöfe, Industriegebiete und Quartiere im Umbruch - um sich zunächst konsequent der Malerei zuzuwenden. Auf Leinwand und Stahlblech entfaltet Verena Guther großformatige Farbfeldmalerei. Schwerpunkt ihrer Arbeiten bilden, gerade in Ihren Fotomontagen und Collagen, die sozialen und städtebaulichen Strukturen der Metropolen.


Ihre Arbeiten sind in zahlreichen Ausstellungen, Sammlungen  und auf Kunstmessen im In- und Ausland (Deutschland, Holland, Belgien, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien, Schweiz, Österreich, Ungarn, Polen, USA, Kanada, Korea, China und Japan) erfolgreich vertreten.


Seit 1992 lebt Verena Guther (*1957), mit ihrer Familie als freischaffende Künstlerin in ihrem Geburtsort Darmstadt.

 

Anja Trieschmann, Schwäbische Bank Kalender „Verwandlung als Konstante“, 2011:

 

Verena Guther nähert sich dem Wesen einer Stadt auf mehreren Ebenen bildhaft an und stellt in ihren Arbeiten den Makrokosmos und den Mikrokosmos in einen komplexen Dialog. Der poetische Duktus ihrer Arbeiten lebt von der Leidenschaft für farbliche Analogien und grafische Zusammenhänge. Sie macht dadurch deutlich, dass der Charakter einer Stadt nichts Starres, Endgültiges ist. Stattdessen erfindet jede neue Zeit ihre eigenen urbanen Merkmale, bringt eigene Standpunkte hervor und erklärt alle vermeintliche Sicherheit als relativ. Grit Weber schrieb dazu treffend: „Guther zeigt uns die Städte als flexible Gefüge, keine Einheiten also, sondern bewegte Heterogene, die immer an die neuen Bedingungen angepasst werden müssen.

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Galerie Kerstner Kronberg