Julia Belot - Malerei

Die 1969 im russichen Pskov geborene Malerin Julia Belot, erfasst in Ihren Werken Momente der totalen Gegenwart. Das „Sich-Verlieren im Augenblick“ steht für sie im Zentrum. Mit sicherem Gespür hält sie diese Ereignisse in ihren Bildern fest. Die Blumen am Wegrand. Die Persönlichkeit von Pflanze, Mensch und Tier. Die Unvoreingenommenheit und die Träume der Kinder.

In Julia Belots Gemälden spielen die Kinder häufig eine zentrale Rolle. Sie verfügen über Fähigkeiten, welche dem Erwachsenen im Lauf der Jahre fast oder sogar komplett verloren gehen. Kinder hingegen sind in der Lage, eins mit der Natur zu werden und sich gänzlich in ihrem Tun verlieren zu können. Für die Künstlerin ein Schlüssel zum Glück.  Die Bilder Julia Belots sind nicht wirklich idyllisch, vielmehr sollen sie eine sehr subjektive Idylle darstellen, beispielsweise aus der Sicht des Kindes.

 

Märchen oder Kinderträume – die Malerin sagt zum Wesen Ihrer Arbeiten:

 

„Meine Bilder sind keine Rätsel. Sie sind wie Märchen oder Kinderträume. Sie visualisieren das, was uns in der Unerbittlichkeit des Alltags verloren geht: Der Zauber. Sie halten die Augenblicke fest, die wir nicht vergessen sollten, weil sie mit dem Geheimnis des Lebens zu tun haben.“

 

Für die Serie „Gewächshaus“ malte die Künstlerin z.B. ganz bewusst Pflanzen, die in abgeschlossener Umgebung kontrolliert gezüchtet werden, ganz gegensätzlich zur Flora der freien Natur. Diese Bilder wirken wie Porträts von sonderbaren, teils skurrilen, teils exotischen oder schönen Personen. Bei uns sind sie fremd, diese „Bewohner“ der Glashäuser. Manche sind uns bereits lange bekannt, wie der Kaffee, der Ingwer oder die Baumwolle. Dennoch sind uns ihre Züge nicht vertraut. Wir sind ihnen noch nie auf Augenhöhe begegnet. Diese exotischen Wesen sind fragil, in unserer freien Natur nützen ihnen ihre Überlebensstrategien nichts. Allein im Glashaus ist ihnen das Überleben möglich. Und doch fühlen sie sich bei uns wohl – werden doch einige von ihnen über hundert Jahre alt. In ihrem Heimatland ist manche Art bereits ausgestorben, existiert bei uns jedoch noch hinter Glas.

 

Der Künstler Gunter Schmidt über das Werk Julia Belots:

 

„Das mehrfach ausgezeichnete Werk der in Wiesbaden lebenden Malerin ist geprägt durch einen brillanten, sensiblen Naturalismus. Ihre Motivwelt ist hochgradig naturbeseelt und lichtdurchflutet. Mit zarter Besessenheit und positiver Entschlossenheit rückt sie der organischen Welt zuleibe und gibt dabei dem Schönen und Harmonischen Raum.“

 

Inhalt ihrer Malerei ist für die Künstlerin nichts weniger, als das Leben. Darin sind Tiere, Pflanzen und Menschen stets einzelne Elemente eines Ganzen. Eine in der Dämmerung leuchtenden Nachtkerze ist dabei in ihrer Aussage nicht weniger stark, als ein strahlendes Kindergesicht oder ein Wolf, welcher aus seinem Versteck heraus eine ahnungslose Menschenmenge beobachtet. In ihrem Zusammenspiel bedeuten all diese Puzzlestücke das Leben.

 

Im Interview mit Renate Reifert erläutert Julia Belot die Entstehung Ihrer Werke:

 

„Auch die Bilder, die sehr real aussehen sind nicht absolut realitätstreu. Fast immer lasse ich etwas weg oder füge etwas hinzu, wenn es dazu dient, die Aussage des Bildes zu verstärken. Manchmal lasse ich eine Hauswand hinter dem Blumenbeet verschwinden, manchmal  lasse ich einen Bär erscheinen, wo er nicht gewesen war.“

 

Die Galerie Kerstner zeigt die Arbeiten Julia Belots regelmäßig in Ausstellungen in Kronberg.

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Galerie Kerstner Kronberg